Richtig inserieren
Wie inseriere ich mein Boot richtig?
Als potentieller Kunde weiß man ganz genau, was man von einem Inserenten erwartet: Fabelhafte Fotos, zutreffende und detaillierte Produktbeschreibungen und einen fairen Preis. Der Kunde, der Ihr Boot kaufen soll, erwartet exakt dasselbe. Trotzdem scheinen Menschen, sobald sie in die Rolle des Verkäufers fallen, oft in eine seltsame Betriebsblindheit zu fallen. Sie setzen ein gebrauchtes Segelboot zum Verkauf ins Internet, ohne die Kriterien für einen erfolgreichen Verkauf zu beachten. Schlechte, wenig aussagekräftige oder fehlende Fotos lassen keinen klaren Eindruck von dem Angebot zu. Fehlende Daten und ein unangemessener Preis addieren sich dazu. Unser erster und wichtigster Rat lautet daher: Bieten Sie dem potentiellen Kunden exakt all das, was Sie selber auch erwarten würden: Eine komplette, detaillierte Beschreibung des Bootes samt aussagefähiger Bilder und einem vernünftigen Preis. Idealerweise beinhaltet diese eine gewisse Verhandlungsspanne.
Moderne Digitalkameras machen gestochen scharfe Bilder möglich, die man beliebig bearbeiten und leicht ins Internet hochladen kann. Warum trotzdem immer wieder Inserenten durch unscharfe Fotos von in der Ferne liegenden Segel- oder Motorbooten auffallen, versteht man nicht. Fotografieren Sie Ihr Boot von allen Seiten, aus verschiedenen Perspektiven und im Detail. Vor allem sollten Sie rostige Stellen, Reparaturen oder Schäden am Boot dokumentieren, um dem Kunden ein realistisches Bild zu vermitteln. Die Katze im Sack kauft heute niemand mehr. Angesichts der hohen Zahl der vergleichbaren Angebote im Internet muss man es auch nicht. Zudem leben die meisten Interessenten nicht in Ihrer Region. Sie können sich also folglich nicht sofort ein Bild vom Angebot machen. Dazu müssten sie anreisen – und das tut man in der Regel erst dann, wenn der Kauf auch tatsächlich ansteht. Ihre erstklassigen Fotos vom Sport-Katamaran, Piraten oder der Motoryacht sind also der wichtigste Hinweis für den Kunden. Ergänzt werden die Fotos durch eine detaillierte Beschreibung. Es genügt nicht, einfach die Original-Produktbeschreibung des Herstellers herunterzuladen, denn das Boot war vermutlich länger in Ihrem Besitz und hat Veränderungen, Nutzungsspuren und Alterung erfahren. Zusätzlich zur Produktbeschreibung – die alle relevanten Daten über Länge, Gewicht, originale Ausstattung etc. des Herstellers enthält – muss also eine detaillierte Beschreibung des jetzigen Zustandes, der Sondereinbauten, des Alters des Bootes und so weiter erstellt werden. Viele Verkäufer neigen dazu, gewisse Zahlen und Umstände zu schönen. Sie geben beispielsweise falsche Auskünfte zum Zustand oder Alter des Schiffes oder verschweigen Reparaturen nach einem Unfall. Damit tun sie sich aber keinen Gefallen, denn der Kunde kann vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn er sich geprellt oder unzureichend informiert fühlt. Hat man also unterschlagen, dass der Mast schon einmal einen Schaden hatte oder das Bullauge undicht ist, wird der Kunde dies früher oder später bemerken.
Für potentielle Käuferschichten eröffnet das Internet ein Universum voller Chancen und Angebote. Man muss sich aber auch durch Inserate, Zahlen, Fotos, Bedingungen und Produktbeschreibungen baggern. Je übersichtlicher diese sind, desto besser. Die Konkurrenz ist groß. Als Verkäufer sollte man schauen, welche Daten alle Verkäufer desselben Bootes zur Verfügung stellen und es genauso machen. Oder besser! Ob es eine Option ist, die Konkurrenz zu unterbieten, um zu verkaufen, bleibt jedem selbst überlassen. Zur Preisbildung müssen zahlreiche Parameter herangezogen werden. Ein realistischer Preis wird dem Kunden signalisieren, dass das Boot noch einen Wert hat. Ein überhöhter Preis schlägt Sie möglicherweise aus dem Feld – es sei denn, Sie bieten dafür etwas. Andererseits kann man sagen: Je spezieller ausgestattet ein Boot ist, desto geringer sind seine Verkaufs-Chancen. Klüger ist es vielleicht, den Mitkauf einiger Dinge als Option möglich zu machen, aber nicht gleich als Inklusivangebot zu gestalten. Nicht jeder braucht eine Taucherausrüstung oder möchte eine gebrauchte Chemietoilette erwerben. Auch Muttis Häkelgardinen am Kajütfenster müssen abgenommen werden. Manche Anbieter stellen ihr Angebot auf mehreren Internet-Verkaufsplattformen ein. Das kann sinnvoll sein, aber auch Probleme bereiten. Zwangsweise maximieren die Verkaufs-Chancen sich, aber leider auch die Kundenanfragen – und womöglich auch die Zahl der ausgekochten Betrüger, die Sie um Ihr Geld bringen wollen. Onlinebetrug ist eine Sache, mit der Sie beim Bootsverkauf rechnen müssen. Benennen Sie daher klar und unmissverständlich Ihre Zahlungsbedingungen und klammern Sie Schecks von vorneherein aus. Meist ist es klüger, in der regionalen Tageszeitung oder im Heimathafen eine Annonce anzubringen. Manchmal findet man schneller einen Kunden im eigenen Segelverein. Da wird die Sache dann sehr schnell konkret und man kennt sein Gegenüber. Die Anonymität im Netz ist es gerade, die Betrügern leichtes Spiel macht.
Wenn Sie all diese Details beachtet haben, inserieren Sie Ihr Boot richtig. Der Verkaufserfolg lässt wahrscheinlich nicht lange auf sich warten. Bedenken sollte man aber auch, zu welchen Zeiten potentielle Käufer am Ehesten ein neues Boot erwerben würden. Wahrscheinlicher kauft man eher im Winter oder zum Frühjahr hin ein Motorboot als zum Herbst. Die Saison bei uns ist kurz. Anders ist es aber, wenn man das Boot ins Mittelmeer verlegen möchte. Hier kommt es ganz auf den Bootstyp an. Fischer- und Angelboote und Sportboote unterliegen möglicherweise ganz speziellen Kriterien. Auch über die angesprochene Klientel sollte man sich ein paar Gedanken machen. Ein Businessmann hat wahrscheinlich andere Fragen und Bedürfnisse als ein Berufsfischer oder ein Regattasegler. Die meisten Kunden haben ziemliche klare Vorstellungen von dem Boot, das sie kaufen würden. Der eine sucht eine Motoryacht, der andere ein Hausboot. Ein Dritter braucht ein Rettungsboot, ein Vierter träumt von einem Kutter, einem Schlauchboot mit stabilem Unterboden oder einem regattafähigen Katamaran. Ein gastronomischer Betrieb sucht ausgediente Tret- oder Ruderboote. Sie alle sind potentielle Kunden für Sie, je nachdem, was Sie anbieten können. Zum Kaufvertrag kommt es aber erst dann, wenn beide übereinstimmen. Seriöse Käufer wollen das Schiff auf jeden Fall vorher besichtigen. Die Frage der Übergabemodalitäten muss spätestens jetzt geregelt werden. Sie sollten aber bereits aus der Annonce ersichtlich gewesen sein. Wenn Sie einen Trailer besitzen und Ihr Boot selbst ausliefern wollen, muss das gesagt werden. Es ist aber auch riskant, denn der Kunde kann in Polen leben. Klüger wäre es, den Trailer gleich mit zu verkaufen und den Transport dem neuen Besitzer des Schiffes zu überlassen. Immerhin wissen Sie nicht, was für Pläne er bezüglich des neu erworbenen Bootes hat. Es kann sei, dass er es ins Ausland bringen lässt, um es bevorzugt dort zu segeln.
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